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Netzwerk mit Debian

Netzwerke mit Debian

Klassisch werden Einstellungen unter Unix / Linux manuell im Verzeichnis /etc vorgenommen, die Kernkomponeten für Netzwerke liegt in der Datei /etc/network/interfaces.

Seit einigen Jahren gibt es Wicd, ein graphisches Werkzeug zur Einrichtung von Netzwerken und verschiedene Netzwerkmanager, die in die jeweilige GUI eingebunden sind. Alle haben den Nachteil, dass das Netzwerk erst mit der GUI konfiguriert werden kann, obwohl grundlegende Netzwerkfunktionen von der GUI unabhängig funktionieren sollten.

Dass die (mir bekannten) Netzwerkmanager mit der klassischen Methode konkurrieren, statt sie zu unterstützen, ist ein weiterer Nachteil. So kann es vorkommen, dass sich Einstellungen aus den verschiedenen Methoden gegenseitig zerschießen. Wer also eines dieser GUI-Werkzeuge verwendet, sollte auf die klassische Methode verzichten und sich für genau einen Manager entscheiden!

Weil ich auf einem neuen Notebook das Wifi-Netzwerk manuell nicht so schnell zum Laufen brachte, wie ich mir das gewünscht hätte, habe ich wicd installiert und konnte das Problem damit zunächst umgehen. Wie das allerdings mit umgangenen Problemen meist ist, fiel es mir bei meinem Arduino-Projekt wieder auf den Kopf. Mein Arduino soll die Heizung überwachen, und weil der Heizungskeller sowohl für eine USB-Verbindung als auch für Wifi zu weit weg ist, bekam er eine Ethernet-Schnittstelle. Ich richtete das Ethernet-Device eth0 auf dem Notebook nach klassischer Methode ein, es funktionierte auch für einen Moment, dann war es wieder weg. Nun schaltete ich wicd ab, und siehe: Die Einrichtung war schon richtig, aber wicd wollte keine anderen Götter neben sich dulden.

Nun hätte ich gern weiterhin meine Internetverbindung über Wlan, will aber parallel den Arduino über Ethernet abfragen. Wicd kann nur entweder oder. Starte ich den Rechner über wicd, schalte anschließend dessen Daemon ab und starte das Ethernet-Device neu, klappt beides parallel.

Aus diesen Erwägungen heraus habe ich beschlossen, auf sämtliche Manager zu verzichten und meine Netzwerkkonfiguration wieder dort zu erledigen, wo sie immer war, und wo sie auch in Zukunft hingehört.

Den Entwicklern von Netzwerkmanagern und ähnlichen Hilfsmitteln lege ich an's Herz, künftig ausschließlich die Basis zu bearbeiten, dabei aber deren Funktionalität zu erhalten. Es ist auch für alte Hasen angenehmer, mit modernen Oberflächen zu arbeiten. Häßlich wird es, wenn die Oberfläche ein Eigenleben entwickelt, das die Basisfunktionalität stört.

Hardware

Erster Schritt ist ein Test der Hardware. Ethernet Devices kommen in aller Regel als PCI-Hardware vor. Deshalb sollte lspci auf jeden Fall ein derartiges Gerät finden, in meinem Fall sieht das so aus:

lspci
04:00.0 Ethernet controller: Broadcom Corporation NetLink BCM57780 Gigabit Ethernet PCIe (rev 01)
09:00.0 Network controller: Atheros Communications Inc. AR9462 Wireless Network Adapter (rev 01)
ifconfig -a 
eth0      Link encap:Ethernet  Hardware Adresse 08:9e:01:5e:6c:66
          UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metrik:1
          RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:1 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          Kollisionen:0 Sendewarteschlangenlänge:1000 
          RX bytes:0 (0.0 B)  TX bytes:64 (64.0 B)
          Interrupt:18 

Konfiguration

In /etc/network/interfaces kann ich das Gerät sowohl statisch als auch dynamisch konfigurieren.

Statische Konfiguration

Statische Konfiguration bedeutet die Festlegung des Netzwerks und der lokalen IP-Adresse in der Datei. Hier ein Beispiel, wie man es beispielsweise in einem typischen Fileserver für ein internes Netzwerk finden würde:

auto eth0
iface eth0 inet static
    address 192.168.10.5
    netmask 255.255.255.0
    broadcast 192.168.10.255
    gateway 192.168.10.1

Dynamische Konfiguration

Die dynamische Konfiguration findet in aller Regel für Workstations Anwendung, und so würde auch der typische Heimrechner konfiguriert, der seine IP-Adresse(n) von einem DHCP-Server (großes Wort, könnte aber zum Beispiel auch die allseits bekannte und beliebte Fritz-Box sein) bezieht.

auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Mehrere Netze

Diese Konfiguration wird vorwiegend für Spezialfälle zum Einsatz kommen. Die sind allerdings nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Router, Firewalls und Bridges sind typische Anwendungen. In meinem Fall ist es das oben angeführte Arduino-Projekt.

In einem Rechner können mehrere Netzwerkgeräte Platz finden, bei einem modernen Notebook ist das eher die Regel als die Ausnahme. Die obige Ausgabe des Kommandos lspci zeigt für mein Gerät den Gigabit Ethernet Controller von Broadcom und den Wireless Network Adapter von Atheros an. In der Konfigurationsdatei kann ich beliebig viele Netzwerkgeräte notieren und bin durchaus nicht auf Ethernet beschränkt.

Funknetzwerk, auch WLAN, Wifi oder Wireless Network

Konfigurationsdatei von wicd:
ap_scan=1
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
network={
       ssid="ODYS Space"
       scan_ssid=1
       proto=WPA RSN
       key_mgmt=WPA-PSK
       pairwise=CCMP TKIP
       group=CCMP TKIP
       psk=099a24cef41246b3d3e84d28957559468592105786914d74d765ff3e3ef45d33
}

 

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