Web-Shop

Drei populäre Systeme im Überblick

Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Aktuell arbeite ich mit 3 verschiedenen Shopsystemen, und jedes hat seine ganz eigenen Qualitäten. Jeder Vorteil eines Systems ist mehr oder weniger zwangsläufig mit einem Nachteil verbunden. Mehr Funktionalität bedeutet auch mehr Aufwand, einen höheren Ressourcenbedarf und in aller Regel auch viel mehr Arbeit bei der Umsetzung spezieller Kundenwünsche.

osCommerce

Da gibt es zunächst osCommerce, das Urgestein aus der OpenSource-Bewegung, das man, obwohl in die Jahre gekommen, noch lange nicht unbesehen verwerfen darf. Es ist noch immer sehr weit verbreitet, hat eine große und lebendige Gemeinde, die es trägt, und die vor allem eine unglaubliche Vielfalt an Zusatzmodulen entwickelt hat. Vermutlich gibt es kein anderes System, das so viele Zahlungsarten und Versandmethoden abdeckt. Wer weltweit agieren will, nimmt für diesen Vorteil möglicherweise auch ein paar Nachteile in Kauf.

Bei osCommerce müssen Anpassungen am Design teilweise im Code vorgenommen werden, da keine Template-Engine zum Einsatz kommt. Das klingt nach einem Nachteil, hat aber auch eine Menge positiver Wirkungen. So ist osCommerce mit Abstand der schnellste Shop, Änderungen sind relativ einfach, weil Layout und Funktion im Zusammenhang bearbeitet werden.

modified eCommerce

Dann haben wir modified eCommerce, einen Enkel von osCommerce. Unter der Marke xt:Commerce erhielt osCommerce neben anderen Ergänzungen eine Anbindung an die Template-Engine Smarty. Damit konnte man erstmals das Design des Shops "auswechseln". Als der Entwickler eine neue Schiene einschlug und damit die Bindung zur GPL aufhob, wurde der Softwarestand von xt:Commerce 3.x von verschiedenen Entwicklern aufgegriffen. Derzeit sind mir 3 "Kinder" von xt:Commerce bekannt, modified eCommerce zeichnet sich vor seinen Geschwistern dadurch aus, dass es hier eine Gruppe von Entwicklern gibt, die eine Community pflegen.

Die Template-Engine bremst das System ein wenig aus, und die wirklich vollständige Trennung von Code und Design ist leider eine Illusion. Vorteilhaft ist die Austauschbarkeit des Designs. So kann man sein Wunschdesign aus einem relativ großen Angebot aussuchen und für kleines Geld diese Vorarbeit kaufen. Die Anpassung an die eigenen Vorstellungen eines zugekauften Designs ist möglich und zulässig. Das kann viel Arbeit sparen.

Auf der Anwenderseite bietet das System einige Vorteile. So gibt es z.B. Staffelpreise, verschiedene Kundengruppen mit Rabatten, Cross-Selling und eine Reihe anderer Feinheiten, die in osCommerce zwar meist als Zusatzmodul vorhanden sind, aber relativ viel Aufwand bei der Installation verursachen.

OXID eShop

Last but not least arbeite ich mit Oxid eShop, bisher ausschließlich in der "Community Edition", einem Nebenprodukt der kommerziellen Entwicklung. Das ist zweifellos die modernste Lösung, aber sie ist auch mit dem größten Aufwand verbunden. Nicht nur, dass die Installation und die Gestaltung des Templates sich aufwendiger gestalten, auch die Rechenleistung, die für diesen Shop bereitgestellt werden muß, übertrifft die beiden Vorgenannten um ein Vielfaches.

Auch hier kommt die Template-Engine Smarty zum Einsatz, und sie ist konsequenter umgesetzt als im vorgenannten System. Das Ursprungsdesign "vererbt" seine Eigenschaften an ein abgeleitetes Design. Das erleichtert den Überblick über eigene Anpassungen gewaltig und spart gerade bei UpDates viel Arbeit.

Die Software ist konsequent objektorientiert umgesetzt. Das macht die Installation von Erweiterung leicht, erschwert allerdings die Programmierung kundenspezifischer Änderungen.

Der Funktionsumfang ist schon in der Grundausstattung sehr gut, und OXID steht in dem Ruf, für Suchmaschinen ausgezeichnet optimiert zu sein. Für die Verkaufsmengen sind Dezimale möglich, OXID ist somit das einzige System, das z.B. Meterware ohne irgendwelche Klimmzüge verkaufen kann.

 

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